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Adventliche Gebetszeit

Adventliche Gebetszeit

Neuanfang. Schritte mit Gott

 

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Material

 

Sie brauchen:

  • das Heft
  • zwei Sprecherinnen
  • vier Kerzen
  • Wenn Sie möchten:

     - auf je einem Blatt aufgeschrieben die Stichworte: erwarten – verweilen – vertrauen – mitwirken

     - Symbole zu den einzelnen Stichworten: kleiner Rucksack o. ä., Kissen, Blumenknolle, Schuhe

 

 

 

Hinweise

  • Die Gebetszeit greift die Thematik des Adventsbegleiters 2019 auf und möchte dazu beitragen, den Advent als wertvolle Zeit zu erleben – anstatt als Phase des Glamours, der Hetze und des Stöhnens: „Ich werde niemals fertig!"
    Ob Sie die Gebetszeit für sich persönlich oder mit Ihrer Frauengruppe erleben – wir wünschen Ihnen Segen und Licht bei jedem Schritt auf Gott zu und zusammen mit IHM.
  • Möchten Sie etwas Neues ausprobieren? Laden Sie einige Frauen (Freundinnen, Bekannte, Nachbarinnen, Kolleginnen) ein, um ihnen diese Gebetszeit als Atempause für die Seele zu schenken.
  • Den Raum abgedunkelt lassen – nur mit kleiner Taschenlampe lesen.
  • Der Adventsbegleiter (12 x 12 cm, 12 Seiten, Preis: 1,00 €), ist ab 16. Oktober in unserem Shop zu beziehen.

 

 


 

Text der Meditation

 

 

1   Es sind nur noch wenige Meter. Dann rundet sich der Jahreslauf und Neues beginnt. Das neue Jahr in der Kirche beginnt mit dem Advent. Mit dem Weg auf das Weihnachtsfest zu. Mit dem Weg auf denjenigen zu, der durch Maria in diese Welt kam, um uns die Fülle des Lebens zu bringen. Was er – und nur er – von sich sagen kann, will er mir persönlich zusagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6)

Oder – mir ganz persönlich zugesagt: Ich bin DEIN Weg und mit DIR auf dem Weg. Ich helfe dir, die Wahrheiten deines Lebens zu finden. Ich bin in deinem Leben dabei – an jeder Ecke, in jeder Freude, in jeder Frage, in jeder Sorge.

 

2   Jeden Advent spüre ich es neu: Ich suche mehr als Glamour und Kommerz. Meine Sehnsucht nach Orientierung, Halt, Gehaltensein lässt sich nicht unterdrücken. Mein Hunger nach Tieferem – nach GOTT – lässt sich nicht abwimmeln oder auf später vertrösten.

 

Jesus, vor mehr als zweitausend Jahren als kleines, wehrloses Kind in Bethlehem geboren: Er wirbt um mich, sucht Zutritt in mein Leben. Er: DIE Antwort auf Fragen, die nicht von gestern sind – Antwort auf meine Lebensfragen.

 

1   Maria, niemand war Christus so nahe wie du. Niemand hat ihn wie du vom ersten bis zum letzten Augenblick begleitet. Deine Wege waren seine Wege. Nimm uns an der Hand und geh mit uns durch diesen Advent. Führe uns Schritt für Schritt auf IHN zu, damit seine Wahrheit und sein Leben unser Leben berühren und erhellen kann.

 

2   „Der Weg, auf dem Gott zu den Menschen kam, soll auch der Weg sein, auf dem wir zu Gott gelangen. Der Weg heißt Maria.“  (J. Kentenich)

 

1   Erwarten

 

2   Ich warte auf die neue Wohnung.

Ich warte auf den Bausparvertrag.

Ich warte auf die Heimkehr der Kinder.

Ich warte auf die Arztdiagnose.

Ich warte, dass meine Angst aufhört.

Ich warte auf andere Zeiten.

Ich warte auf besseres Verstehen mit meinem Mann.

Ich warte auf tiefe Liebe.

Ich warte auf Frieden in mir.

Ich warte auf einen Neuanfang.

Ich warte auf das Leben.

Ich warte auf …

 

Stille

 

1   Auf was warten wir? Genau diese Frage hat sich Johannes, der Cousin Jesu, von dem in der Bibel berichtet wird, gestellt. Er hatte mutig und feurig den kommenden König angekündigt. Doch sein Mut und seine Begeisterung hatten ihn ins Gefängnis gebracht. Erschöpft, verunsichert, ratlos fragt er sich – wie auch wir vielleicht manches Mal: Ist dieser Jesus wirklich der König, auf den ich gewartet habe? Auf dessen Kommen ich meine Sehnsucht und Hoffnung gerichtet habe?

 

Dieser Jesus ist so anders als von vielen erwartet: Da ist kein militärischer Aufstand, keine politische Neuordnung, kein spektakulärer Ruhm für ihn und seine Anhänger. Jesus gibt eine Antwort, die so ganz anders ist: „Blinde sehen, Lahme gehen, Taube hören, Tote werden auferweckt und den Armen wird Gottes gute Botschaft verkündet.“ (Matthäus 11,5)

 

Stille

Erste Kerze entzünden, Rucksack und Stichwort „erwarten“ dazulegen

 

2   In unserem Alltag gibt es viele Wartezeiten. In welchen Situationen zum Beispiel?

Beiträge kommen lassen, ggf. weitere Punkte dazu nennen, z.B.:

 

Warten, bis die Ampel von Rot auf Grün schaltet.

Warten, bis der Teig gegangen ist.

Warten, bis mein Mann und die Kinder nach Hause kommen.

Warten auf die Geburt.

Warten, bis die Kinder in den Kindergarten, die Schule, aus der Schule, in die Ausbildung oder ins Studium, in den Beruf kommen, ihr Glück finden.

Warten, bis die Gesundheit zurückkommt, bis die Diät wirkt, bis die Stelle gefunden ist.

Warten, bis die Freundin sich meldet, bis Gott spricht und Veränderung bewirkt …

 

1   Warten braucht nicht sinnlos und nervend zu sein. Wir Menschen sind auf Warten-Können angewiesen. Aushalten können, dass etwas noch nicht ist, und Zeit zugestehen, bis es soweit ist. Das verändert etwas in mir, das macht mich sensibel für die Freude, wenn es schließlich soweit ist. Eine Familie lebte drei Jahre als Entwicklungshelfer in Afrika. Als die Kinder rückblickend gefragt werden, was ihnen dort gefallen habe, antwortet die Neunjährige: „Dass wir nicht alles gleich bekommen haben. Wenn wir einen Wunsch hatten, mussten wir immer warten, bis wir Wochen später in die große Stadt kamen, dann erst haben wir es – vielleicht – bekommen; das war so schön.“

 

2   Wie gut tut es, wenn wir einander Zeit zugestehen: Zeit zur Veränderung, Zeit, um etwas zu lernen. Welchem Menschen in meinem Umfeld möchte ich bewusst Zeit geben, anstatt ihn mit meinen Erwartungen unter Druck zu setzen?

 

Kurze Stille

 

Wo möchte ich mir selbst Zeit geben und warten lernen?

 

Kurze Stille

 

Wo kommen in den nächsten Tagen nervige Wartezeiten auf mich zu? Ich könnte sie mit Sinn füllen, indem ich beim Warten mit Gott ins Gespräch komme, ihm erzähle, ihm zuhöre, ihn bitte …

 

Stille

 

1   „Advent – nur ein kleines Licht, aber eine große Hoffnung. Wir erwarten den, der uns zur Seite steht, der uns aufrichtet. Er wird uns die Angst nehmen und unserem Leben eine tiefe Freude schenken.“ (Axel Kühner)

 

2   Maria, wenn wir auf das kleine Licht der ersten Adventskranz-Kerze schauen, gib uns Mut für einen kleinen neuen Schritt auf Gott zu. Hilf uns, Raum zu schaffen für die große Hoffnung, die der menschgewordene Gottessohn in unser Leben bringen will. Öffne uns für die Freude, die seine Nähe schenkt. Lass uns dem Warten in unserem Leben, dieser Freude des „Noch nicht“, einen neuen guten Platz geben. Zeige uns den Menschen in unserer Umgebung, der zurzeit voller Angst auf etwas wartet. Lass uns ein ermutigendes Wort und eine helfende Tat für ihn finden, damit er mit mehr Hoffnung weiterwarten kann.

 

Lied

 

1   Verweilen

 

Stille

Zweite Kerze entzünden, Kissen und Stichwort „verweilen“ dazulegen

 

2   „Ich wünsche dir einen, der dich aufhält, wenn du in den adventlichen Laufschritt fällst. Er stelle sich in deinen Weg, freundlich, aber bestimmt, so dass du innehalten und zu Atem kommen kannst. Ich wünsche dir einen, der den Ton leise dreht, wenn es um dich oder in dir lärmt und brummt. Er öffne dein Ohr, damit du unter all den Geräuschen die Stimme des Engels vernimmst, der von Freude singt.“ (Tina Willms)

 

1   Verweilen! Schon wenn ich es höre, dieses Wort, wird mir nach Ferien zumute, spüre ich mich aufatmen und ruhiger werden. Verweilen! Mir eine Weile Zeit zugestehen, in der ich die Hände in den Schoß legen darf, nichts tun muss, auf nichts und niemanden reagieren muss, sondern eine Pause einlege zwischen allen Verpflichtungen, die ich erfüllen oder vermeintlich erfüllen muss. Im Verweilen kann ich tief ein- und ausatmen. Und ich kann das, was mich gerade bedrückt, mit ausatmen – weggeben von mir, IHM überlassen: dem Messias, dem Emmanuel, dem „Gott mit uns“, der besser als jeder andere damit umgehen kann. ER kommt, um meine Ketten zu sprengen, meine Wunden zu heilen, einen Blick- und damit echten Perspektivenwechsel einzuleiten.

 

2   Welche guten Erfahrungen habe ich mit „verweilen“? Wo ist mein Lieblings-Verweil-Platz? Was tue ich, wenn ich verweile – bzw. was tue ich nicht? Wann im Verlauf des Tages ist meine beste Verweilzeit? Was möchte ich neu ausprobieren, damit „verweilen“ in diesem Advent gelingt?

 

Stille

Anregung: Einander von unseren Verweilplätzen und Verweilzeiten erzählen.

 

1   Anita erzählt: „Ich habe letztes Jahr das erste Mal vom Bremse-Engel gehört. Der hat mir sofort gefallen. Ich habe ihn in meinem Advent überall mithingenommen. Wenn ich beim Abholen aus dem Kindergarten treiben wollte: ‚Macht schnell, wir müssen noch Einkaufen fahren!‘, legte er mir den Finger auf den Mund und ich hörte mich stattdessen sagen: ‚Schön, dass ich euch wieder habe. Zieht euch in Ruhe die Schuhe an, wir haben Zeit!‘ Oder wenn die Küche abends wie ‚Kraut und Rüben‘ dalag, ging ich zuerst zu meinem Mann und sagte: ‚Schön, dass du wieder bei mir bist. Ich hab‘ dich vermisst. Wie gut, dass ich gerade mit dir verheiratet bin.‘ Er hat sich gewundert, aber auch gefreut und mir von seinem Tag erzählt. Und jedes Mal, wenn ich innerlich meine Antreiber spürte, die mich zu ‚schnell, schnell‘ drängen wollten, setzte ich ihnen entgegen: ‚Ich muss nicht alles hinbekommen, was ich meine, sondern nur das, was Gott wichtig findet.‘ Drei Fragen helfen mir, dabei die Unterscheidung zu finden: Muss ich es tun? Muss ich es gleich tun? Muss ich es tun oder ist es die Arbeit eines anderen und ich bin gerade in Gefahr, sie mir aufzuhalsen? Der Bremse-Engel ist mir auch dieses Jahr ein liebgewordener, ein wirklich hilfreicher Adventsbegleiter.“

 

Stille

 

Lied

 

2   Verweilen. Auch wenn ein Berg an Arbeit vor mir steht: Ich gönne mir eine „Kerzen-Auszeit“. Einfach still in die Flamme schauen und die Gedanken kommen und ziehen lassen.

 

1   Verweilen. Auch wenn Nachrichten und Infos auf „abrufen“ warten: Ich werde heute einen Nachrichten- und Smartphone-freien Tag einlegen (bzw. es nur als telefonische Erreichbarkeit benutzen und seine vielen anderen Funktionen bewusst übersehen und überhören), und ich werde die Ruhe, die ich dadurch gewinne, genießen.

 

2   Verweilen. Auch wenn Kontakte oft zeitintensiv sind, werde ich bei meinem konkreten Gegenüber verweilen und einmal bewusst mehr zuhören als selbst zu reden.

 

1   Verweilen. Auch wenn mein Tag vollgepfropft ist: Ich werde mir ein Beispiel an den frühen Römern nehmen. Egal wie viel Arbeit auf sie wartete, um die Mittagszeit wandelten sie am Springbrunnen im Atrium ihres Hauses und hatten Mußezeit. Muße heißt: Gelegenheit, Möglichkeit. Die Zeit nach meinen eigenen Möglichkeiten nutzen. Die Menschen der Antike hielten die Muße wegen ihrer charakterbildenden und kreativen Möglichkeiten für unverzichtbar.

 

2   Susanne sagt: „Ich liebe Weinbergschnecken, die sich mit ihren Häusern langsam ihren Weg bahnen. Sie erinnern mich daran, dass ich es bin, die bestimmt, ob ich Zeit habe oder nicht und nicht die Umstände.“

1   Maria, wenn wir ins Licht der zwei Kerzen schauen, gib uns den Mut, einen weiteren Schritt auf Gott zuzugehen. Ermutige uns, immer wieder „Verweilzeiten“ einzuplanen. Sie bremsen unsere Alltagsgeschwindigkeit herunter, füllen unsere innere Leere und schaffen Platz für DEN, den du uns gebracht hast: deinen Sohn Jesus. Er will doch unser Retter sein, unser „Ich-bin-da“, unser Begleiter und Freund. Für ihn sind wir einzigartig, großartig, wertvoll. Verweilen wir, damit wir seine Stimme hören, die uns das mehrmals täglich zusagen möchte. Die Stühle und Sessel in unserem Haus sollen uns täglich an diese Wahrheit erinnern.

 

Lied

 

1   Vertrauen

 

Stille

Dritte Kerze entzünden

Blumenknolle und Stichwort „vertrauen“ dazulegen

 

2   Ein Rabbi und eine Frau saßen in einem Gefangenenlager und die Frau hatte schreckliche Angst. „Helft mir doch, ich werde verrückt vor Angst“, wandte sich die Frau an den Rabbi. Der Rabbi legte der Frau die Hand auf den Kopf und fragte sie: „Kind, kennst du das Geheimnis unseres Volkes? Es ist das Geheimnis des Roten Meeres. Es gibt keinen Weg um das Meer herum, es gibt keinen Weg darüber noch darunter. Der Weg Gottes führt mitten durch das Rote Meer hindurch. Und nun leg deine Hand in Gottes Hand, meine Tochter, und dann geh in das Wasser hinein, duwirst staunend erleben, dass es zurückweicht.“

 

1   Wir können gut mitfühlen mit dieser Frau, sind doch so viele Ängste auch in uns: die Angst, zu kurz zu kommen, die Angst, ob die Finanzen reichen, die Angst, ob wir einander als Ehepartner nicht verlieren, die Angst, den Kindern könnte etwas Schlimmes zustoßen, die Angst vor Krankheit und Schmerzen, die Angst, Aufgaben nicht gewachsen zu sein … Viele Ängste.

 

2   Hildegard Nies drückt es so aus: „Wenn Angst uns überschwemmt, wenn wir nicht ein noch aus wissen, wenn uns Zeit zwischen den Händen zerrinnt, wenn unser Versagen übermächtig wird, wenn unsere Traurigkeit ohne Trost ist, wenn uns der Boden wegrutscht: ‚Dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter …‘ Denn du gehst hinein in unsere Angst. Du zeigst uns den Weg. Du gibst uns die Zeit, die wir brauchen. Du verheißt uns die Freude des Himmels. Du fängst unser Fallen auf, so abgründig es auch sein mag. Du unsere Erlösung. Du unser Jetzt und unser Morgen. Du unser Advent.“

 

1   Welch eine Zusage: Gott geht hinein in meine Angst und geht mit mir mitten hindurch. Er wischt sie nicht einfach weg, er hilft mir, mich ihr zu stellen und sie anzuschauen.

 

2   Jetzt darf ich nur nicht den Blick von ihm abwenden, sondern auf ihn schauen, ihm trauen – wie ein Kind, das – solange es die Mutter sieht – unbesorgt weiterspielen kann.

 

1   Vertrauen, ohne zu wissen, wie es ausgeht.

2   Vertrauen, ohne irgendwelche Sicherheiten in der Hand zu haben.

1   Vertrauen, weil ich gar keine anderen Alternativen habe, ohne mich von meinen Sorgen auffressen zu lassen.

2   Vertrauen. Einfach versuchen, meine derzeitige Sorge immer wieder am Tag IHM hinzuhalten und IHM zu übergeben.

1   Vertrauen, weil da diese leise Stimme anklopft und zu mir spricht: „Kind, ich will doch nur dein Bestes! Vertrau mir! Leg deine Hand in meine; wir beide schaffen das.“

 

2   Meistens müssen wir Schritte gehen auf unserem Lebensweg, manchmal müssen es auch Sprünge sein. Vertrauen heißt immer, den Sprung wagen. Beim Springen muss ich den Boden verlassen und bis ich wieder festen Halt erreiche, hänge ich kurz in der Luft. Dieses Gefühl, „in der Luft zu hängen“ ängstigt uns, es sucht, uns am Springen zu hindern.

 

1   Maria kannte dieses Gefühl; auch sie musste oft springen in ihrem Leben. Dich bitten wir, Maria: Begleite unsere Schritte und feuere uns an, wenn wir springen müssen. Lass uns vertrauen: Auf der anderen Seite stehst du und Gott, darum können wir nie ins Bodenlose fallen, sondern nur in eure Arme.

Maria, im Schauen auf das Licht der dritten Adventskranz-Kerze bitten wir dich: Wo immer wir an Grenzen stoßen, wo wir aus eigener Kraft und eigenem Können nicht weiterkommen, gib uns von deinem Vertrauen. Hilf uns, nach oben zu schauen – auf IHN zu schauen und auf seine Gnade zu bauen.

 

1   Mitwirken

 

Stille

Vierte Kerze entzünden, Schuhe und Stichwort „mitwirken“ dazulegen

 

2   Vor Jahren erreichte mich ein Weihnachtsgruß, der mir heute noch präsent ist. Da wünschte mir jemand einen „krippalen Infekt“. Nein, keinen Grippevirus, der mich lahmlegen sollte, sondern die Freude an der Krippe, am Kind in der Krippe und an seiner Mutter. Diese beiden sollten Bewegung und Freude in mein Leben bringen.

 

1   Mitwirken, das heißt, sich anstecken lassen von der Liebe und Bewegung Gottes. Ein „krippaler Infekt“ hat mich infiziert, wenn ich der Ellenbogenmentalität und Kälte in menschlichen Beziehungen und im gesellschaftlichen Klima mein aufmunterndes Lächeln entgegensetze und aufbauende Worte. Jeder Mensch sehnt sich so sehr nach Anerkennung, Wertschätzung und Lob. Ich kann „mitwirken“, wenn ich am Guten anknüpfe und es ins Wort bringe.

 

2   Ein „krippaler Infekt“ lässt mich Schluckbeschwerden haben bei allem, was ungerecht und lieblos erscheint. Nein, ich werde mich nicht wegducken und es mit schlechtem Gewissen übergehen. Ich werde ihm ein „Nein, so nicht!“ entgegensetzen und Partei für den ungerecht Behandelten und je nachdem auch für mich selbst ergreifen, wo jemand mich ausnützen oder mir Oberflächliches als wertvoll verkaufen will.

 

1   Ein „krippaler Infekt“ lässt mich die Spuren Gottes inhalieren. Statt auf das viele Negative in der Welt möchte ich meinen Blick auf SEINE Spuren im Alltag lenken. Goldgräber statt Mistkäfer sein, wenn es darum geht, einen anderen Menschen anzusehen. Ein „Stopp“ einlegen, wenn über einen anderen in dessen Abwesenheit getratscht wird. Da reichen wenige Sätze wie: „Vielleicht sollten wir ihn selbst fragen, wie er das gemeint hat.“ Oder: „Ich bin sicher, er meinte das nicht böse.“

 

2   Ein „krippaler Infekt“ ist ansteckend, lässt uns mitwirken in unserer Umgebung, in unserer Gesellschaft. Spüren, dass andere mich brauchen und ich ihnen helfen kann, schenkt ein tiefes Glücksgefühl, das Bewusstsein des Gebrauchtwerdens, des Wichtig-und-Wertvoll-Seins.

 

1   Schon Dietrich Bonhoeffer formulierte: „Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas SEIN kann.“

 

2   Und er sagt weiter: „Wenn wir an diesem Advents- und Weihnachtsgeschehen teilnehmen wollen, so können wir nicht einfach zuschauerisch wie bei einem Theater danebenstehen und uns an all den freundlichen Bildern freuen, sondern dann werden wir selbst in diese Handlung, die da geschieht, in diese Umkehr aller Dinge mit hineingerissen.“

 

1   Jede von uns setzt sich ein, ist ehrenamtlich tätig. Ehrenamt, das meint: Es ist mir eine Ehre, wenn ich mich einbringen kann für andere, für eine gute Sache, für ein wichtiges Werk, um der Menschen und um Gottes willen.

 

2   Ehrenamt ist der aufmerksame Blick, das wache Auge, das offene Ohr, das Fingerspitzengefühl für alle jene, die so leicht übersehen und übergangen werden. Es ist Triebfeder und Ansporn für viele gute Werke.

 

1   Wo überall haben wir im vergangenen Jahr mitgewirkt, uns eingesetzt, Hand und Herz mit angelegt? Vielleicht in unserer Familie, in der Nachbarschaft, in der Pfarrei, beim Besuchsdienst, bei der „Tafel“ … Tauschen wir uns darüber aus.

 

2   Papst Franziskus hat es bei der Audienz der Schönstattfamilie im Jubiläumsjahr 2014 im Oktober in Rom so ausgedrückt: „Die Pastoral der Hilfe muss einzig und allein hautnah sein. Anders gesagt: Sie muss begleiten. Und das heißt: Zeit verlieren. Der große Meister des Zeitverlierens ist Jesus. Er hat so viel Zeit verloren, um zu begleiten, um Gewissen reifen zu lassen, um Wunden zu heilen, um zu lehren. Begleiten heißt, den Weg gemeinsam gehen.“

 

1   Ehrenamtlicher Einsatz macht vieles möglich, was es sonst nicht gäbe. Dabei werden nicht nur gute Ideen kreiert, sondern es wird handfest angepackt mit „denkendem Herzen“ und „fühlendem Verstand“ – gegen frostiges Schweigen oder plapperndes Nichtstun. Einer dem geholfen wurde, formuliert es so: „Das Ehrenamt ist wie ein guter Engel, unbemerkt und doch nah, unaufdringlich und doch hilfreich, lautlos und doch achtsam.“

2   Maria, wenn wir ins Licht der drei Kerzen schauen, sehen wir das Helle und Gute, das durch unser Mitwirken in unsere Welt gebracht wurde – weil du in uns und durch uns gewirkt hast. „Du wirkst“, das durften wir dieses Jahr besonders erleben.

 

Anregung: Persönlich darüber nachdenken oder jeweils laut ein Stichwort sagen, wo wir Marias Wirken besonders erfahren durften.

 

1   Maria, gegen den Pessimismus und die Angst unserer Zeit dürfen wir voll Vertrauen auf dein Wirken und das Wirken deines Sohnes in die Zukunft schauen und neue Schritte auf dich zugehen. Wir dürfen Weihnachten feiern und der Freude am Leben sowie der Geborgenheit in Gott Raum geben.

 

Lied

 

Segen

 

1   Wir alle sind Königskinder, erwählt vom Kind in der Krippe, beschenkt mit einmaliger Würde.

2   Wir alle sind Königskinder, gerufen vom Kind in der Krippe, mitzuwirken, dass der Himmel die Erde berührt.

1   Wir alle sind Königskinder, beschenkt mit der unverdienten Gnade, Abbilder Gottes zu sein.

2   Wir alle sind Königskinder, angesehen vom Kind in der Krippe, von IHM geliebt und gesandt, auch andere anzusehen und zu lieben.

1   Wir alle sind Königskinder, umfangen von einer Mutter – SEINER und UNSERER Mutter –, die nie von unserer Seite weicht.

 

2   In dieser Freude segne uns Gott, der im Weihnachtsgeschehen buchstäblich Hand und Fuß bekam, um uns nahe zu sein und unser Leben in all seinen Schattierungen mit uns zusammen zu leben. Er mache uns mutig, Hektik und Ruhelosigkeit hinter uns zu lassen und das, was wir in Liebe für unsere Familien bereiten möchten, in Ruhe und Gelassenheit zu tun.

Er lasse den Stern von Bethlehem über unseren Herzen und Häusern leuchten und seine Engel den Frieden verkünden.

So segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Lied

Text: Claudia Brehm

 


Broschüre, 12 Seiten

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Adventsbegleiter

Neuanfang. Schritte mit Gott
Impulse für jeden Tag des Advents

Leporello, 12 Seiten

 

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Herbergsuche im Advent
Wo du bist, Maria

Texte und Lieder

Broschüre, 68 Seiten

 

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