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Adventliche Meditation

Adventliche Meditation

Gottes Licht sei über dir

 

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Leseprobe

Material

  • Dieses Heft in der Anzahl der Teilnehmerinnen
  • Vier Kerzen
  • Tuch als Mittengestaltung
  • Auf je einer Karte aufgeschrieben die Stichworte:

     - Das Licht der Erwartung und Vorfreude

     - Das Licht der Vergebung

     - Das Licht der Ausgeglichenheit und Stille

     - Das Licht der Sehnsucht und Hoffnung

  • Symbole zu den einzelnen Stichworten:

     - Seifenblasen

     - Stein

     - kleiner Stuhl, z.B. aus einer Puppenstube

     - kleiner Anker

  • Am Ende der Feier für jede Frau ein winziges kleines Geschenk (z.B. ein eingepacktes Plätzchen, eine kleine Kerze, ein Zweig …) mit einem Zettel daran. Text des Zettels:

     Ich finde dich auch im Stress. – Gott

     Ich liebe dich wie niemand sonst. – Gott

     Du bist meine geliebte Tochter! DU bist mein Traum von Liebe. – Gott

     Du bist mein Augenstern. Komm zu mir, ich möchte dir helfen. – Gott

     Ich interessiere mich brennend für dich.

     Du bist ständig in meinen Gedanken und in meinem Herzen.

     Ich sehne mich nach dir. Öffne dich und nimm mein Licht auf. – Gott

 

 

Hinweise

Diese adventliche Meditation möchte helfen, dass unser Wunsch nach Stille und Tiefe, unsere Sehnsucht, Zeit mit Gott zu verbringen, die viele von uns regelmäßig zu Beginn des Advents überfällt, ein Stück wahr werden kann.

Wie immer Sie die Meditation vollziehen – für sich persönlich, mit Ihrer Frauengruppe oder mit Freundinnen und Nachbarinnen –, wir wünschen Ihnen eine Atempause für die Seele, Gottes tröstendes und ermutigendes Licht sowie innere Gelassenheit und Freude bei Ihren Vorbereitungen auf Weihnachten.

 

Die Adventliche Meditation greift das Thema des Adventsbegleiters 2022 auf (Leporello, 12 x 12 cm, 12 Seiten, 1,00 €).

Beides ist zu beziehen in unserem Shop oder in unserem Sekretariat:

Schönstattbewegung Frauen und Mütter

Berg Schönstatt 8, 56179 Vallendar

Fon: 0261/6506-2202;

Mail: info@s-fm.de

 

 


 

Text der Meditation

 

 

Lied oder adventliche Musik

 

S1      

Advent – das klingt nach Hoffnung, nach Schnee,

S2          

nach Erwartung, Stille, Plätzchenduft, Geschenke-Überlegen, Sehnsucht.

A          

Advent – das klingt nach früher Dunkelheit und nach Kerzenlicht,

 

S1

nach alten Liedern, die Kindheitserinnerungen heraufbeschwören, nach Lesen und Nachsinnen.

S2

Advent klingt auch nach Weihnachtsfeiern, vollen Parkhäusern, Schlangen an den Kassen,

A

Stress durch zusätzliche Arbeiten wie Backen, Geschenke-Einkaufen, wenn einem dann endlich etwas Passendes eingefallen ist.

S1

Advent, das klingt nach Weihnachtsbaum besorgen, Karten schreiben,

S2

überladenen Einkaufsregalen, gestressten Verkäuferinnen und Einkäufern …

A

Advent – das klingt nach meinem Herzen und viel Sehnsucht. Mein Herz, das vollgestopft ist mit Fragen, Sorgen, Dankbarkeit, vielen Gedanken, oft wirr durcheinander: wirbelnd und unklar, ängstlich und verzagt, besorgt und hoffend.

 

S1

Advent –  das fühlt sich nach einer Sehnsucht an, die bleibt: die Sehnsucht nach „mehr“, die Sehnsucht nach Ankommen, nach Geborgenheit, nach einem, der mit mir geht, egal, wie krumm meine Wege auch sind, egal, wie überfordert ich bin und wie ungeschickt ich mich manchmal anstelle.

S2

Advent – das klingt nach Gott. Gott, der sich auf den Weg macht zu uns. Gott, der sich nicht zu gut dafür ist, in diese Welt zu kommen mit all ihrem Dunkel und all ihrer Schönheit.

 

A

Advent – das klingt nach Gott, der uns ganz nahekommen will in unser Lachen, unsere Freude, unser Glücklich-Sein, in unsere Not und unsere Trauer.

 

S1

Wenn Gott zur Welt kommt, dann kommt er gerade auch in diese dunkle Welt, zu uns Menschen mit all unseren Fragen, Sorgen und Problemen. Er kommt zu uns, wenn wir keinen Ausweg mehr wissen, wenn Träume und Hoffnungen gescheitert sind oder wenn wir uns eingedeckt haben mit Konsum und Besitz, um das Loch im Herzen nicht mehr so schmerzlich zu spüren.

 

S2

Unser Gott nimmt die Dunkelheiten, in denen wir leben, nicht einfach weg, aber er begibt sich als Kind in der Krippe mitten hinein, um uns zu sagen: Ich liebe euch so sehr! Ich lasse euch niemals im Stich! Ihr müsst nicht alles alleine tragen, ich bin doch bei euch. Lasst mich euch helfen. Nehmt mich auf. Gebt mir Raum bei euch, gebt mir Raum in euch. Lasst meine Nähe zu. Nehmt mein Licht in euch auf!

 

A

Maria, du Mutter Jesu, dich hat Gott auserwählt, die Tür zu sein, durch die er seinen Sohn in die Welt schickt. Sein Sohn sollte in einer Familie aufwachsen; das war ihm wichtig.

 

S1

Sein Sohn sollte durch das Auf und Ab des Familienlebens beziehungsfähig, lebensfähig und kommunikationsfähig werden. Du hast in aller Freiheit dein Ja dazu gesagt, obwohl das für dich eine Menge Unannehmlichkeiten und Sorgen mit sich brachte.

 

S2

Du hast dich jeden Tag neu auf den Weg gemacht, den Balanceakt zu schaffen, den auch wir tagtäglich leisten müssen, den Spagat zwischen Aktion und Meditation, zwischen dem In-der-Welt-Sein und dem Uns-Zurückziehen, um bei IHM zu sein.

 

A

Maria, so wie du damals dein Kind an die Hand genommen und ins Leben eingeführt hast, so nimm auch uns an die Hand. Begleite uns durch diesen Advent. Lass uns Raum schaffen für dein Kind, damit wir sein Licht, mit dem es uns erfüllen möchte, in uns aufnehmen und ausstrahlen können.

 

S1

Das Licht der Erwartung und Vorfreude

 

  • Eine Kerze entzünden und diese, zusammen mit der Stichwort-Karte „Das Licht der Erwartung und Vorfreude“, auf das Tuch in der Mitte stellen.

 

  • Lied oder adventliche Musik

 

S1

Erwartung! Mich mit allen Fasern meines Seins auf etwas Kommendes einstellen: auf einen Menschen, auf ein Ereignis – und jetzt im Advent besonders auf die Ankunft Gottes.

 

S2

Warten kann kribbelig und ungeduldig machen. Man hätte gern, dass das betreffende Ereignis oder der erwartete Mensch schon da wäre. Warten kann aber auch eine tiefe Verbindung zum Erwarteten herstellen – besonders bei Gott. In Gedanken und im Gebet kann ich bei ihm sein, mich auf ihn einstellen, zum Beispiel auch dadurch, dass ich die Zimmer weihnachtlich dekoriere, schon mal das Weihnachts-Menü andenke, die Geschenke vorbereite.

 

A

Erwarten – darin steckt die alte Wendung „auf der Warte sein“. Die Wachen auf dem Turm früher standen auf der Warte. Sie beobachteten und warteten, ob sich Angreifer zeigen oder Verbündete nähern.

 

S1

Die adventliche Erwartungszeit lädt uns ein, uns immer wieder aus dem alltäglichen Trott auszuklinken, auf unseren „Turm“ zu steigen und in die Ferne, zum erwarteten Ereignis hinzuschauen. Momente, die unserer Seele guttun, die neue Kraft zum Hinuntersteigen und Weiterarbeiten geben.

 

S2

Wo lege ich in meinem Alltag solche kurzen Momente ein? Augenblicke, in denen die Arbeit, auch wenn sie noch nicht vollendet ist, einfach mal ruhen darf. Augenblicke, in denen ich neue Kraft schöpfen kann? Wie könnten solche Momente bei mir aussehen?

 

  • Persönlich Nachdenken / Austausch

 

S1

Erwartung löst oft Vorfreude aus. Wir freuen uns auf etwas Schönes in der Zukunft, das voraussichtlich eintreten wird. Schon wochenlang vorher erleben wir im Zugehen darauf Freude. Das erwartete Ereignis wird dadurch dann sehr viel intensiver wahrgenommen.

 

S2

Vorfreude ist für uns Menschen wichtig. In ihr kommt eine Sehnsucht zum Tragen, die uns aus dem Alltag heraushebt, die uns beschwingt, befeuert, ermutigt. Ohne Vorfreude gäbe es zu viele „freudlose“ Zeiten. Die Vorfreude mobilisiert innere Kräfte in uns.

 

S1

Wir dürfen unser Leben nicht nur unter dem Aspekt sehen, was wir geleistet und aufgebaut haben, welche Schwierigkeiten wir gemeistert haben, sondern vor allem unter dem Gesichtspunkt der Freuden, die wir erlebt haben – sowie auch der Vorfreude, die uns derzeit erfüllt.

 

A

„Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. In der Freude liegt eine Aufwärtsbewegung: die Mundwinkel gehen nach oben, man springt vor Freude in die Höhe, das Herz hüpft; alles tendiert nach oben, zum Licht.

 

S1

Wie bewahre ich die Freude in mir? Indem ich mit dem Blick der Dankbarkeit durch den Tag gehe. Indem ich mich nicht auf die „schwarzen Punkte“ in meiner Umgebung konzentriere, sondern gezielt auf die Mut-machenden, hoffnungsvollen, hellen Seiten schaue.

 

S2

Wie bewahre ich die Freude in mir? Unsere Gesellschaft, die so viel kritisiert, mobbt, anstatt zu ermutigen, braucht Menschen, die beitragen zu einer Anerkennungs- und Freudenkultur. Denn von Menschen, die sich anerkannt und wertgeschätzt fühlen, strömt Freude aus und sie geben die Freude weiter. Anstatt das Selbstwertgefühl anderer zu strapazieren, könnten wir es einfach verbessern.

 

A

Wo kann ich jemanden ermutigen? Wo kann ich jemanden loben? Wo kann ich jemandem danken, ohne sein Verhalten als selbstverständlich zu nehmen?

 

  • Kurze Stille

 

S2

Guter Gott, Vater im Himmel, dein Licht sei über uns, wenn wir diese Tage des Advents voller Erwartung leben wollen. Dein Licht sei über uns, wenn wir mit dem Dankbarkeits-Blick durch unseren Tag gehen wollen. Dein Licht sei über uns, wenn wir andere ermutigen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen wollen.

 

S1

Erfülle mich mit dem Licht deiner Zusage:

Du bist meine geliebte Tochter! DU bist mein Traum von Liebe.

 

S2

Wiederholen wir in Stille immer wieder diesen Satz. Vertrauen wir, dass Gott wirklich uns, dass er mich meint. Er sieht mich, er kennt mich. Er steht voll hinter mir. – Genießen wir seine liebende Verheißung.

 

  • Kurze Stille

 

S1

Das Licht der Vergebung

 

  • Eine weitere Kerze entzünden und diese, zusammen mit der Stichwort-Karte „Das Licht der Vergebung“, auf das Tuch in der Mitte stellen.

 

  • Lied oder adventliche Musik

 

S1

Manchmal sitzen wir im Dunkel und dieses Dunkel kommt uns wie eine Kerkerhaft vor. Wir kommen in Gedanken nicht von bestimmten Ereignissen und Personen los, die uns Schlimmes zugefügt haben, wissentlich oder unwissentlich.

 

S2

Dann sind wir versucht, zu sagen: „Niemals werde ich dir das vergeben!“ Dieser Ausspruch ist verständlich; nur: Damit erlauben wir, dass dieser Schmerz einen Raum in unserem Herzen, in unseren Gefühlen und in unserem Körper bekommt, der Schaden in uns anrichtet.

 

A

So gern würden wir die Tür schließen, durch die all die negativen Gedanken und Gefühle ungefragt hereinspazieren, uns quälen und unsere Lebensfreude zu zerstören suchen. Aber dazu müssten wir vergeben.

 

S1

Vergeben heißt nicht, dass ich das, was passiert ist, abschwäche oder legitimiere. Vergebung ist eine Entscheidung – absolut freiwillig, nicht unter Zwang. Vergebung kostet Überwindung, aber sie hilft zugleich, Freude und Leichtigkeit zurückzugewinnen.

 

S2

Vergeben heißt, nicht zulassen, dass der Giftpfeil ins Ziel trifft und damit unser Leben dauerhaft zerstört.

 

A

Vergeben heißt, keinen Tag länger ohnmächtig zusehen müssen, wie unsere Gedanken und Gefühle kontinuierlich vergiftet werden und uns fertigmachen.

 

S1

Vergebung möchte uns helfen, aus der passiven Opferrolle herauszukommen, selbst aktiv zu werden und das Ruder der Handlungsfreiheit, das uns genommen wurde, wieder zu ergreifen.

 

S2

Vergebung möchte die Fesseln, mit denen ich an Menschen gebunden bin, die mir Negatives zugefügt haben, durchschneiden und mich in die Freiheit entlassen.

 

A

Guter Gott, Vater im Himmel. Vergeben ist unglaublich schwer, nicht vergeben aber noch viel schwerer, denn es vergiftet auf Dauer unser Leben. Wir stellen uns in dein heilendes Licht. Dein Licht durchflute die dunklen Kammern unserer Herzen. Dein Licht heile unsere Gedanken und Gefühle. Dein Licht stärke uns. Es lasse uns wachsen in Mut und Vergebungsbereitschaft.

Dein Licht begleite uns durch diesen Advent, an dessen Ende die Ankunft deines Sohnes in Bethlehem steht – im Bethlehem unserer Herzen und unserer Familien.

 

S1

Erfülle mich mit dem Licht deiner Zusage:

Du bist mein Augenstern! Komm zu mir. Ich möchte dir helfen, innerlich von belastenden Menschen und Situationen loszukommen. Überlass dich meinem Licht. Wirf dich in meine Arme.

 

S2

Wiederholen wir in Stille immer wieder diese Worte. Vertrauen wir, dass Gott wirklich uns, dass er mich meint. Auf seine Vergebung darf ich bauen. Genießen wir seine liebende Verheißung und beginnen wir damit, unsere „Pakete“ in seine Hände abzugeben und ihn zu bitten, uns auf dem Weg der Vergebung voranzuhelfen.

 

  • Stille

 

S1

Das Licht der Ausgeglichenheit und Stille

 

  • Eine weitere Kerze entzünden und diese, zusammen mit der Stichwort-Karte „Das Licht der Ausgeglichenheit und Stille“, auf das Tuch in der Mitte stellen.

 

  • Lied oder adventliche Musik

 

S1

Ein Pater erzählt: „Ich war in einem Kloster, um ein paar Auszeit-Tage einzulegen. Ein dortiger Pater bat mich, zu den Gebetszeiten die Glocke der kleinen Kapelle zu läuten. Ich sagte zu, ohne viel darüber nachzudenken; das war ja wohl einfach. Aber das war es dann überhaupt nicht. Ich zog und zog am Seil, doch kein Laut kam aus der Glocke. Ich zog weiter. Da eilte ein anderer Pater herbei und sagte: ‚Sie müssen die Glocke zwischendrin loslassen, aus der Hand geben; nur dann kann sie ertönen‘. In dieser meiner Auszeit lernte ich viel durchs Läuten der Glocke: Du musst loslassen, damit der Klang sich entwickeln kann. Aktion und Ruhe müssen sich die Waage halten, sonst verstummt die Glocke, sonst verstummt das Schöne in deinem Leben.“

 

S2

Rennen, Hasten, Mailen, WhatsApp-Empfang und Telefon-Klingeln gleichzeitig. Obwohl wir im Vergleich zu unseren Großmüttern viele technische Errungenschaften und zeitsparende Hilfen im Haushalt besitzen, haben wir doch kaum Zeit. Es ist nicht leicht, unter all der modernen Adventsmusik, unter dem Klimpern von Geld, scheppernden Liedern, geschäftigem Treiben und hupenden Autos, SEINE Stimme, die Worte und Melodie Gottes zu hören. Räume der Stille und Ruhe würden es uns leichter machen.

 

A

Gottesmutter Maria, wie kannst du uns helfen, Atempausen und Ruheplätze in unseren Tag zu bekommen?

 

S1

Wir können sie nicht machen, die Stille im Advent. Wir können ihr aber Raum schaffen. Zehn Minuten am Tag: Zeit zum Lesen, zum Dasitzen, um die Hände in den Schoß zu legen, um einfach nichts tun, um nur zu lauschen, um unseren eigenen Rhythmus zu spüren, um unsere eigene Advents- und Weihnachtsmelodie wiederzufinden. Zeit, um die Spuren Gottes in meinem Leben zu entdecken. Ich entdecke sie, wenn ich scheinbar Selbstverständliches nicht selbstverständlich nehme: das Lächeln der Verkäuferin, die plötzlich frei gewordene Parklücke, extra für mich, der liebevolle Blick meines Kindes oder Enkelkindes, das da sagt: „Mama, ich mag dich!“ Oder: „Oma, du bist die Beste!“

 

S2

Stille, stillen. Noch ist uns präsent, wie es war, als wir unsere Kinder gestillt haben. In der Stille kommen wir in Berührung mit unserer Sehnsucht. Wie gut, einen Gott zu haben, der auch mütterliche Züge trägt, einen Gott, der mit seiner liebenden Zuwendung unseren inneren Hunger stillen möchte. Sehnen wir uns deshalb oft nach Ruhe, weil wir uns dann von seiner heilenden Nähe umgeben wissen?

 

A

Und wenn der Trubel um uns herum noch so groß ist, wir können uns gedanklich immer wieder in seine liebende Nähe begeben: im Büro, im Bus, an der Einkaufskasse, beim Windeln-Wechseln, im Stau, jedes Mal, wenn das Telefon klingelt: „Guter Gott, ein Anruf von dir. Lass mich in deinen Armen still werden!“

 

S1

Ein entstressender, beruhigender Moment ist auch die sogenannte „blaue Stunde“. Jeder Nachmittag geht über in die frühe Dämmerung und in den Abend: Wir merken es oft nur daran, dass wir dann das Licht anschalten und nehmen uns dadurch die besinnliche Übergangszeit.

Eine Frau erzählt: „Nach dem Krieg mussten wir Strom sparen. Wir saßen alle im Wohnzimmer und eines von uns Kindern wollte das Licht anschalten, weil es zu dunkel wurde. Da sagte meine Mutter: ‚Noch nicht, genießen wir erst die blaue Stunde!‘ Dann saßen wir still, alle legten ihre Arbeit aus der Hand. Ruhe breitete sich aus und legte sich wie ein warmes Tuch über Menschen und Dinge. Geschenkte Stille, willkommene Pause. Niemand sprach von ungenutzter oder gar vergeudeter Zeit. Wir lauschten nach innen. Wir sahen weniger, wir hörten, spürten und rochen mehr. Der Augensinn ist nach außen gerichtet, der Ohrensinn nach innen. Er hält unsere Verbindung zu unseren inneren Kraftquellen.“

 

S2

Einfach nur dasitzen und lauschen.

S1

Einfach nur am Fenster stehen und schauen.

S2

Einfach nur eine Sache tun und die bewusst.

S1

Einfach nur genießen und still werden.

A 

Einfach nur mit Gott ins Gespräch kommen, ihm erzählen, was mich bewegt und umtreibt. Ihm, der mich geschaffen hat, dem unendlich viel an mir liegt und der persönlich zu mir kommen will.

 

  • Stille

 

S2

Gott, du bist ein Gott des Lebens, der Gott meines Lebens. Du kommst mir entgegen. Oft bringen mich die vielen Termine und das Wissen um all das, was ich noch tun müsste, aus der Fassung. Lass mich immer wieder in deine Arme flüchten, wo dein Licht über mir ist. Gib mir Mut, mich täglich einige Minuten auszuklinken aus dem Getriebe und Ruhe und Licht zu suchen bei dir. Denn Advent heißt auch, sich auf die Reise machen zum eigenen Herzen. Und die ist oft länger als die vielen Wege durch die Geschäfte, die in dieser Zeit anstehen.

 

S1

Erfülle uns mit dem Licht deiner Zusage:

Ich interessiere mich brennend für dich. Du bist ständig in meinen Gedanken und in meinem Herzen.

 

S2

Wiederholen wir in Stille immer wieder diese Worte. Vertrauen wir, dass Gott wirklich uns, dass er mich meint. Er liebt mich absichtslos, unendlich und treu. Genießen wir seine liebende Verheißung.

 

  • Stille

 

S1

Das Licht der Sehnsucht und Hoffnung

 

  • Eine weitere Kerze entzünden und diese, zusammen mit der Stichwort-Karte „Das Licht der Sehnsucht und Hoffnung“, auf das Tuch in der Mitte stellen.

 

  • Lied oder adventliche Musik

 

S1  

Sehnsucht, dieses eigenartig ziehende Gefühl in der Seele. Es bezieht sich immer auf etwas Zukünftiges, Neues, Wundervolles.

 

S2

In der Stille komme ich mit meiner Sehnsucht in Berührung, mit meinen Wünschen, mit meinen Erinnerungen und Hoffnungen, mit dem unausgefüllten Loch in meinem Herzen, das ich jetzt im Advent nicht mit Nebensächlichem ausfüllen will.

 

A 

Advent: Zeit der Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Ankommen an der Krippe, nach Aufgenommen- und Verstanden-Werden.

 

S1

Der Adventskalender mit seinen Türchen ist ein Symbol der Sehnsucht. Er birgt die Erfahrung, dass sich eine Tür öffnet, dass der Weg frei wird, dass mir Überraschendes zufällt.

 

S2

Auch der Adventskranz mit seinen vier Kerzen ist ein Symbol der Sehnsucht: wachsendes Licht, wachsende Vorfreude, wachsende Liebe, wachsende Geborgenheit im Schein der Kerzen.

 

A 

Sehnsüchte können das Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge schärfen. Sie offenbaren uns ein tiefes Bedürfnis, das es zu verwirklichen gilt.

 

S1

Deshalb spielen Sehnsucht und Hoffnung so oft im Duett. Auch die Hoffnung richtet sich auf Zukünftiges und Gutes für mein eignes Leben oder das anderer Menschen.

 

S2

Öffnen wir der Hoffnung unsere Herzenstüren, denn: „Menschen hoffen immer auf das Bessere. Wenn wir hoffen, so denken, fühlen und handeln wir, als ob das, was jeweils ansteht, zu bewältigen wäre. Es ist die Emotion, die uns ermöglicht, uns einem Licht zuzuwenden, das noch nicht sichtbar ist.“ (Verena Kast)

 

A 

Was erhoffen wir, was erhoffe ich im Advent?

 

  • Wir teilen einander unsere Hoffnungen mit.

 

S2

Gott, du unser Gott der Hoffnung und der Sehnsucht, in diesen turbulenten Zeiten, in denen viele Schwarzseher das Feld beherrschen, wollen wir uns bewusst in dein Licht stellen. Die Nacht hat nicht das letzte Wort. Aus alter Erde kann neues Leben brechen. Scheinbar leblose Äste sind im Inneren voller Saft und warten nur darauf, neu austreiben zu können. Auch in unserem Leben kann aus Verdorrtem Neues werden, kann aus Wunden Stärke wachsen, sind Wunder möglich. Guter Gott, wir bringen dir unsere Sehnsucht und unsere Hoffnungen. Zeige uns, wo wir selbst etwas für ihre Erfüllung tun und wo wir andere ermutigen können, kraftvoll neue Wege zu beschreiten. Lass uns aber auch erkennen, wo wir auf dein Eingreifen warten und deinem Wirken vertrauen sollen.

 

S1

Erfülle uns mit dem Licht deiner Zusage:

Ich sehne mich nach dir. Öffne dich und nimm mein Licht auf.

 

S1 Wiederholen wir in Stille immer wieder diese Worte. Vertrauen wir, dass Gott wirklich uns, dass er mich meint. Ich bin ein Kind seiner Sehnsucht. Genießen wir seine liebende Verheißung.

 

  • Stille

 

S2

Bitten wir Gott nun um seinen Segen. Segen kommt vom lateinischen Wort „benedicere“ und heißt so viel wie „jemandem Gutes zusprechen“. Gott möchte uns mit seinem Segen Schutz und Bewahrung zusichern und uns in seinen Mantel der Geborgenheit und Ermutigung hüllen.

 

Adventssegen

 

S1

Gottes Segen und Licht sei mit uns in diesen Tagen des Advents.

S2

Er umhülle uns wie eine wärmende Decke und schütze uns vor innerer und äußerer Kälte.

A 

Gottes Segen mache uns mutig, Ruheplätze in unseren Alltag einzubauen und Gott Raum zu schaffen.

S1

Gottes Segen öffne uns für die lichtvollen Situationen und leuchte unser Leben aus.

S2

Er erfülle uns mit seinem zärtlichen Licht und beruhige unsere zitternden Seelen.

A  

So segne und behüte uns der uns haltende und haltgebende Gott, der seinen Sohn in unsere Welt, in unsere Stadt, in unser Haus, in unser Herz sendet – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

  • Lied oder adventliche Musik
  • Übergeben der Plätzchen mit Zettelchen

 

Text: Claudia Brehm, SFM

 


Broschüre, 16 Seiten

Im Shop bestellen

 

 

 

 

Adventsbegleiter 2022.jpg

 

Adventsbegleiter

Gottes Licht sei über dir
Impulse für jeden Tag des Advents

Leporello, 12 Seiten

 

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Herbergsuche im Advent

Wo du bist, Maria ...
Texte und Lieder

Broschüre, 68 Seiten

 

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