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Worte wie Lichter

 

Pater-Kentenich-Lesung


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Der Rosenkranz - "Helm des Vertrauens" - Teil 2


Wenn Sie jetzt etwas tiefer graben wollen, dann meine ich, soll¬ten Sie folgende Gedanken für sich selber überlegen.
Wir wollen erst wieder einmal die Schwäche unserer eigenen Natur auf uns wirken lassen. Am besten befragen wir den Apo¬stel Paulus, der zwar in den (dritten) Himmel erhoben worden war , sich aber trotzdem so ganz als Mensch erlebte. Er hat halt den Zwiespalt, die Disharmonie in seiner Natur so ganz tief erlebt. Das ist dieselbe Disharmonie, die auch wir emp¬finden. Er hat das klassisch umschrieben; wir kennen ja das Wort. Ich armseliger Mensch, sagt er, wer befreit mich von der Last dieses Leibes? Denn der Leib hat ein eigenes Schwerge¬wicht, er zieht immer nach unten. Dann fügt er bei: Das Gute, das ich tun will, das tue ich einfach nicht, und das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wer befreit mich nun von diesem Zwiespalt und von der Last des Leibes? Und jubilierend gibt er die Antwort: Die Gnade Gottes, die Gnade des Vaters durch Christus, unsern Herrn. Sehen Sie, deswegen hören wir so häufig in seinem Schrifttum, wie er jubiliert – obwohl er sich so schrecklich hilflos fühlt –, wenn er zum Beispiel sagt: Alles, alles kann ich in dem, der mich stärkt. Obwohl er gleichzeitig seine Schwäche fühlt.
Wovon erwartet er nun den Sieg Gottes über seine Natur? Keineswegs von sich. Wovon? Von Gott. Das ist dieselbe Haltung, die wir uns mehr und mehr erbetteln müssten.

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